Projekt «Me - The Nashorn», 2003

Bei der computergenerierten Animation Me, The Nashorn (wie auch bei den Animationen I'm so innocent und Hey, I'm Helen) werden zum ersten Mal Film und Skulptur einander gegenübergestellt. Die Skulptur, ebenfalls computergeneriert und anschließend im Rapid Prototyping Verfahren hergestellt, zeigt einen statischen Moment im unaufhaltsamen Fluss ihrer Bewegungen. Die Zeitlosigkeit, ja beinahe Verschlossenheit der Skulptur steht im Gegensatz zu ihrer Lebendigkeit im Film, der ihr verborgenes Leben erfahrbar macht.

Der Film Me, The Nashorn sinniert über die Themen Tradition, Macht, Krieg und Zerstörung. In einer schieren Unbegrenztheit des Himmels, im Raum über den Wolken, suggeriert ein Nashornschädel ironisch, dass alles immer schon so gewesen sei. In der Folge spielt er auf kriegerische Ereignisse an, steigert sich dabei immer mehr in die Erlebnisse seiner Vergangenheit hinein, bis er von seinen eigenen Erinnerungen und Emotionen zerstört wird. Die vermeintlich solide Ordnung seiner Welt löst sich auf.

Text: Maya Vonmoos

Titel: Me – The Nashorn
Jahr: 2003
Länge: 1:20 Min.
Technik: 3D-computergeneriert, mit Ton, 16:9, PAL
Auflage: 5